Rückblick

Salzburg, 28. Oktober 2014. Roboter sind mittlerweile aus unserer Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Auch ins Private halten sie immer stärker Einzug – intelligente Fahrzeuge unterstützen uns im Straßenverkehr, der Rasen wird mittels Mähroboter gemäht und auch in Medizin und Pflege gewinnen Roboter an Bedeutung. Doch was sind die Folgen dieser Entwicklung – sowohl gesellschaftlich, ethisch wie auch für unsere Arbeitswelt? Darüber diskutierten Dr. Werner Huber (Leiter Fahrerassistenz und Perzeption bei der BMW Forschung und Technik GmbH), Ing. Christian Peer (Sales Manager KUKA Roboter CEE GmbH), Susanne Müller (freie Philosophin) und Gerfried Stocker (Geschäftsführer Ars Electronica) mit Moderator Hans-Arthur Marsiske (freier Journalist und Autor) beim 9. UBIT Zukunftsforum im WIFI Salzburg.

Bislang waren Roboter etwas mechanisches, etwas sehr technisches und noch relativ weit weg davon, menschliche Eigenschaften zu haben. Dieses Verständnis und dieses Bild von Robotern wird sich aber in naher Zukunft verändern: „Der Großteil der Robotertechnik ist bereits vorhanden, es fehlen aber noch Konzepte und neue Denkanstöße, um die Technik breiter einzusetzen. Eine Aufgabe der Kunst kann es sein, diese neuen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Künstler beginnen oft nicht in der Gegenwart zu denken, sondern überlegen sich, wie die Welt von morgen aussehen könnte“, meint Gerfried Stocker, Geschäftsführer Ars Electronica in Linz. Für ihn sind die Roboter der Zukunft keine einfachen Objekte mehr, sie verhalten sich eher wie vernetzte Systeme, die nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Medizin oder in einzelnen Haushalten eingesetzt werden können.

Die nächste Generation

Auch Ing. Christian Peer, Sales Manager bei der KUKA Roboter CEE GmbH, sieht in der neuen Generation von Robotern viel Entwicklungspotenzial, sowohl wirtschaftlich als auch in der Gesellschaft: „Die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern am Arbeitsplatz spielt für uns als Entwickler und Hersteller dieser Technologie eine wesentliche Rolle. Ein Roboter der neuen Generation ist wie ein geübter menschlicher Kollege, der auf Situationen reagieren kann. Durch feine Sensorik und die Möglichkeit, sich auf dem Firmengelände frei zu bewegen, wird der Roboter in Zukunft vielleicht sogar entscheiden können, wo gerade am meisten zu tun ist und welche Arbeitsabläufe er als Nächstes startet.“ Für Christian Peer sind die Roboter der nächsten Generation nicht mehr von vorne bis hinten durchpro-grammiert, sie reagieren vielmehr auf Ereignisse und haben dadurch eine gewisse Art von Intelligenz.

Die Fahrzeuge von morgen

Intelligenz spielt auch beim Thema des hochautomatisierten Fahrens eine wesentliche Rolle. „Ein intelligentes Auto muss seine Umgebung genau kennen, damit es sich irgendwann autonom bewegen kann. Bis es aber komplexe Situationen wie Kreuzungen exakt bewerten und dann auch immer die richtige Entscheidung treffen kann, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Unser Ziel ist es, dass der Fahrzeuglenker auf der Autobahn oder im Stau nicht mehr selbst steuern muss, wenn er das nicht will“, erklärt Dr. Werner Huber, Leiter Fahrerassistenz und Perzeption bei der BMW Forschung und Technik GmbH. Beim hochautomatisierten Fahren soll auf Knopfdruck das Auto die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen und es sicher durch gewisse Verkehrssituationen manövrieren. „Bei Robotern und auch Fahrzeugen muss man mit den Begriffen ‚autonom‘ und ‚selbstbestimmt‘ vorsichtig umgehen. Man schreibt ihnen schnell etwas zu, was sie eigentlich nicht haben. Denn auch wenn ein Auto eine Entscheidung für den Fahrer trifft, ist diese immer noch von den Entwicklern und Herstellern fremdbestimmt und daher keine freie Entscheidung per se“, weist die freie Philosophin Susanne Müller auf die Komplexität des Themas künstliche Intelligenz und Roboter hin. Einig war sich das Podium darin, dass am Ende immer der Mensch die Entscheidungen treffen und auch darüber bestimmen solle, welche Rolle die Roboter in der Gesellschaft schließlich einnehmen werden.

Zukunftsweisend in Salzburg

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Robotik und deren Einsatzmöglichkeiten, wirtschaftliche Potenziale und gesellschaftliche Herausforderungen zeigt, dass die Fachgruppe UBIT die Zeichen der Zeit erkannt hat: „Die Diskussion war heuer wieder sehr spannend. Praktische Beispiele und Einblicke in verschiedene Bereiche der Robotik haben gezeigt, wie innovative Ideen schon heute umgesetzt werden und wie viele spannende Kon-zepte bereits am Horizont warten“, Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung & IT (UBIT) in der Wirtschaftskammer Salzburg, über die gelungene Veranstaltung.

Diskutierten beim neunten UBIT-Zukunftsforum über Einsatzmöglichkeiten und gesellschaftliche Akzeptanz von modernen Robotern im Alltag: (v.li.) Dr. Werner Huber, Leiter Fahrerassistenz und Perzeption bei der BMW Forschung und Technik GmbH, Susanne Müller, freie Philosophin, Moderator Hans-Arthur Marsiske, freier Journalist und Autor, Gerfried Stocker, Geschäftsführer Ars Electonica und Ing. Christian Peer, Sales Manager KUKA Roboter CEE GmbH

Für Ing. Christian Peer sind die Roboter der Zukunft mit einer feinen Sensorik ausgestattet und können sich am Arbeitsplatz frei bewegen.

Die Kunst spielt für Gerhard Stocker auch beim Thema Robotik eine wichtige Rolle: Künstler entwickeln oft neue Konzepte und blicken bereits heute in die Welt von morgen.

Dr. Werner Huber erklärte das Konzept des hochautomatisierten Fahrens der BMW Forschung und Technik GmbH.

Der Moderator Hans-Arthur Marsiske führte das interessierte Publikum durch das neunte UBIT-Zukunftsforum.

Im Anschluss an die spannende Expertendiskussion hatte auch das Publikum noch zahlreiche Fragen an die Referenten.






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